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Inhaltsverzeichnis

Gelenkte Gefühle

Literarische Strategien der Emotionalisierung und Sympathielenkung in den Erzählungen Arthur Schnitzlers

von Kathrin Fehlberg

Fehlberg-Gelenkte_Gefühle
Verlag LiteraturWissenschaft.de
Marburg an der Lahn 2014
300 Seiten
ISBN 978-3-936134-40-7

Preis: 19,95

Kathrin Fehlberg analysiert Mechanismen und Strategien literarischer Emotionalisierung und zeigt am Beispiel der erzählenden Schriften Arthur Schnitzlers, wie die Darstellung literarischer Figuren, die Gestaltung fiktiver emotionaler Situationen und Verhaltensweisen und der Einsatz narrativer Präsentationsformen – wie Brief-, Tagebuch- und Monologerzählungen – zu definierten emotionalen Rezeptionseffekten führen.

Das Buch ist ab dem 14.1.2014 lieferbar und kann hier vorbestellt werden.


Zum Inhalt

Literarische Figuren, die wir bewundern oder verachten, Geschichten, deren Handlungen uns nicht mehr loslassen, fiktive Ereignisse, die wir mit Liebe, Trauer oder Angst verknüpfen – wo immer es Texten gelingt, uns als Leser affektiv an Figuren zu binden, das Geschehen für uns imaginativ und emotional nachvollziehbar zu machen und unsere Empathie und Anteilnahme zu wecken, wird die Lektüre zum emotionalen Erlebnis. Wie Gefühle beim Lesen entstehen, wie sie gelenkt werden und wie das Zusammenspiel zwischen den Strukturen und Merkmalen literarischer Texte einerseits und den Rezeptionsprozessen auf Seiten des Lesers andererseits konzeptualisiert werden kann, zeigt die vorliegende Arbeit. Sie analysiert das emotionalisierende Potenzial von Figurendarstellungen, von literarisch gestalteten emotionalen Situationen und Verhaltensweisen sowie von narrativen Präsentationsformen wie Brief-, Tagebuch- und Monologerzählungen und weist am Beispiel der erzählenden Schriften Arthur Schnitzlers nach, wie der gezielte Einsatz erzählerischer Mittel und Textstrategien zu definierten emotionalen Rezeptionseffekten führt. Die Resultate der Untersuchung machen deutlich, dass literarische Emotionalisierung keineswegs nur eine Unterhaltungsfunktion besitzt, sondern darüber hinaus ebenso subtil wie wirkungsvoll Aussagen und Bedeutungen vermittelt – indem sie den Leser über hervorgerufene Gefühle dazu bringt, Position zu beziehen, Werturteile zu fällen und entschieden Partei zu ergreifen.

 

Autorin

Kathrin Fehlberg, Jahrgang 1978, studierte in Marburg Neuere deutsche Literatur und Medien, Politikwissenschaft und Russische Sprache und Literatur. Sie war wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Neuere deutsche Literatur der Philipps-Universität Marburg und Assistentin von Marcel Reich-Ranicki bei der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. 2013 wurde sie mit der Arbeit über "Gelenkte Gefühle" an der Universität Marburg promoviert.

Inhaltsverzeichnis

1 Literatur und Gefühl 9
1.1 Emotionalisierung und Sympathielenkung in der literaturwissenschaftlichen Emotionsforschung 10
1.2 Emotionen im literarischen Rezeptionsprozess – Grundlagen, Konzepte und Modelle 14
1.3 Literarische Emotionalisierungsstrategien in den Erzählungen Arthur Schnitzlers – Zum Aufbau der Arbeit 28

2 Die Figurendarstellung als Mittel literarischer Emotionalisierung  33
2.1 Empathie und Wertung als Faktoren figurenbezogener Emotionalisierung  34
2.2 Textanalytische Untersuchung des Emotionalisierungspotenzials literarischer Figuren  39
2.3 Mörder, Liebende und Künstler – Exemplarische Figurendarstellungen bei Arthur Schnitzler  40
2.3.1 Der Sohn. Aus den Papieren eines Arztes  41
2.3.2 Sterben  53
2.3.3 Der letzte Brief eines Literaten  76
2.4 Resümee  97

3 Die Darstellung prototypischer Situationen und Verhaltensweisen als Mittel literarischer Emotionalisierung 109
3.1 Emotionales Schemawissen und die Appellfunktion von Emotionen als Faktoren situationsbezogener Emotionalisierung  110
3.2 Textanalytische Untersuchung des Emotionalisierungspotenzials prototypischer Situationen und Verhaltensweisen 114
3.2.1 Tote Betrüger - Die Verknüpfung zweier prototypisch emotionaler Situationen in drei Erzählungen Arthur Schnitzlers  115
3.2.1.1 Erbschaft 116
3.2.1.2 Der Andere. Aus dem Tagebuch eines Hinterbliebenen 120
3.2.1.3 Der Witwer  125
3.2.1.4 Resümee  131
3.2.2 Tränen und Todesangst – Prototypisch emotionales Figurenverhalten in den Erzählungen Arthur Schnitzlers  134
3.2.2.1 Figuren in Tränen – Symptom- und Appellfunktion des Weinens  136
3.2.2.2 Flucht und Hilfsappelle, Aggressivität und Verdrängung – Emotionale Verhaltensweisen im Angesicht des Todes  145
3.2.2.3 Resümee  155

4 Die Erzählinstanz, die Perspektive und verinnerlichte Erzählformen als Mittel literarischer Emotionalisierung 161
4.1 Die Orientierungsfunktion des Erzählers, die Blicklenkung durch die Perspektive und die Präsentation von Innenwelten als Faktoren narrativer Emotionalisierung  162
4.2 Textanalytische Untersuchung des Emotionalisierungspotenzials von Erzählinstanz, Perspektivgestaltung und verinnerlichtem Erzählen 170
4.3 Arthur Schnitzler – Virtuose der Erzählkunst  171
4.3.1 Der explizite Erzähler als primäre narrative Vermittlungsinstanz  172
4.3.1.1 „Aus den Papieren eines Arztes“ – Der explizite Erzähler als Berichterstatter in Mein Freund Ypsilon und Der Sohn 173
4.3.1.2 Exzentrische Freunde – Der explizite Erzähler als mitagierende Kontrastfigur in Er wartet auf den vazierenden Gott und Exzentrik  180
4.3.1.3 Vom unbeteiligten Beobachter zur Hauptfigur – Der explizite Erzähler als zunehmend involvierte Figur in Die Braut, Die griechische Tänzerin und Der Sekundant  182
4.3.1.4 Resümee  189
4.3.2 Die perspektivische Gestaltung – Zur Blicklenkung des Lesers  193
4.3.2.1 Überblick und Zusammenschau bei der Nullfokalisierung  194
4.3.2.2 Der Fokalisierungswechsel als erzählerisches Kontrastmittel  202
4.3.2.3 Die interne Fokalisierung als Blickwinkel- und Positionsübernahme  210
4.3.2.4 Resümee 219
4.3.3 Brief-, Tagebuch- und Monologerzählungen – Verinnerlichtes Erzählen bei Arthur Schnitzler  224
4.3.3.1 Brieferzählungen  225
4.3.3.2 Tagebucherzählungen  231
4.3.3.3 Monologerzählungen  238
4.3.3.4 Resümee  260

5 Schlussbetrachtung  265

Literaturverzeichnis  283