Israel und Juda

Sage und Geschichte, Weisheit und Hoffnung eines Volkes in Selbstzeugnissen

von August Möhle (Hg.)

Verlag LiteraturWissenschaft.de (TransMIT)
Marburg an der Lahn 2012



Die Bibel als Literatur. Frei zugänglich, für Online-Abonnenten mit Volltextsuche.

Diese digitale Veröffentlichung präsentiert das Buch der Bücher, die „heilige Schrift“ der Bibel, als „historisches und literarisches Lesebuch“.


Zum Inhalt

Diese digitale, frei zugängliche Veröffentlichung präsentiert das Buch der Bücher, die „heilige Schrift“ der Bibel, als „historisches und literarisches Lesebuch“. Der kanonische Text wurde unter theologischen, geschichtswissenschaftlichen, philologischen, didaktischen und ästhetischen Gesichtspunkten überprüft, umgeordnet, gekürzt und durch nicht kanonisierte Texte ergänzt. Das Ergebnis lädt dazu ein, das „Alte Testament“ und das „Neue Testament“ anders zu lesen: als „Sage und Geschichte, Weisheit und Hoffnung eines Volkes in Selbstzeugnissen“ bis zur Zerstörung Jerusalems durch die Römer im Jahr 70 n. Chr.

Das von dem Philologen und Theologen August Möhle hinterlassene Manuskript wurde 1960 abgeschlossen und von Thomas Anz später zur Veröffentlichung bearbeitet. In seiner Einführung bezeichnet August Möhle das Alte Testament als "eines der bedeutendsten Werke der Weltliteratur". "Mit einer Anschaulichkeit wie kein anderes führt es uns ein in Geschichte und Kultur des alten Morgenlandes, läßt uns teilnehmen an der Entwicklung einer Religion von rohen und kindlichen Anfängen und völkischer Gebundenheit zu der Höhe von Micha VI, Jesaja LIII und Buch Hiob und ist unentbehrlich für das Verständnis der Entstehung des Christentums, des Islams und des heutigen Judentums sowie für das Verständnis des Schrifttums und der bildenden Künste der christlichen Völker, denen es so reichen Stoff geboten hat."

August Möhle hat sich, wie er weiter erklärt, bei der Bearbeitung des Alten und des Neuen Testaments "um eine dem Urtext entsprechende Mannigfaltigkeit des Stils bemüht und zu diesem Zweck die Luthersche und die besten (auch katholischen) neuzeitlichen Übersetzungen benutzt". Seiner Textgestaltung hat er "jeweils die Übersetzung zu Grunde gelegt, die für das betreffende Buch oder den betreffenden Abschnitt die stilistisch gelungenste zu sein schien, diese aber unter ständiger Heranziehung des hebräischen Urtextes und der Septuaginta aus den anderen Übersetzungen und aus Eigenem zu verbessern gesucht. So erscheinen nun die geschichtlichen Bücher in der schönen Herbheit unserer heutigen Prosa, die Profetensprüche in freien Rhythmen, die Psalmen in Anlehnung an Luthers die Bildhaftigkeit des Urtextes glücklich bewahrende Übertragung, die Dichtung von Hiobs Hader mit Jahwe aber in Sprache und Versmaß des klassischen deutschen Dramas."

Die den Texten von August Möhle hinzugefügten Erklärungen beschränken sich auf ein Mindestmaß. Sie sollen dem Leser ein geschichtliches Verständnis des Textes ermöglichen, ohne ihm die Freude des eigenen Nachdenkens und Entdeckens zu nehmen.

Weitere Informationen von Thomas Anz zur Entstehungsgeschichte dieser Veröffentlichung hier und hier.

 

Herausgeber

August Möhle, geboren am 7.3.1885 in Lippstadt  und gestorben am 29.9.1971 in Engehausen, wuchs in Hildesheim auf und studierte ab 1903 Philologie und Theologie in Freiburg i.Br., Berlin, München, Innsbruck, Göttingen und Bonn. Nach seinem Studium arbeitete er zweitweilig als Gymnasiallehrer, während des Zweiten Weltkrieges auch als Hauslehrer in Florenz. Als Mitarbeiter des Septuaginta-Unternehmens der Göttinger Gesellschaft der Wissenschaften (1926 bis 1937) edierte er in seiner Dissertation (1932) den von ihm in Konstantinopel wiedergefundenen Kommentar zu Jesaia des Theodoret von Kyros.  Nach seiner Pensionierung im Jahr 1950 arbeitete er über zehn Jahre lang an einer übersetzungs-und überlieferungskritischen, kommentierten Bearbeitung des Alten und Neuen Testaments und hinterließ als Ergebnis ein Buchmanuskript mit dem Titel "Israel und Juda. Sage und Geschichte, Weisheit und Hoffnung eines Volkes in Selbstzeugnissen". Diese Präsentation der Bibel als Sammlung historischer Dokumente und literarischer Texte wird als eine der Sonderausgaben von literaturkritik.de seit Dezember 2010 in einer von Thomas Anz bearbeiteten Online-Fassung veröffentlicht und liegt dort seit Dezember 2012 vollständig vor.

Inhaltsverzeichnis

Widmung

Thomas Anz: Vorbemerkungen zu dieser Veröffentlichung

August Möhle: Einführung

1. Teil: Israel

Urgeschichte (1. Mose I-XI 9)

Stammväter (1. Mose XI 10 – L)

Mose (2.-5.Mose)

Eroberung Kanaans und Richterzeit (Josua. Richter)

Samuel und Saul (1. Samuel I – 2. Samuel I)

Dawid (2. Samuel II – 1. Könige II 11)

Salomo (1. Könige II 12 – XI)

Israel und Juda bis zum Ende der Kriege mit Aram (1. Könige XII – 2. Könige XIV 29)

Israels Untergang, Judas Rettung (Amos. Hosea. Jesaja I-XXXIX. 2. Könige XV-XX)

Judas Zusammenbruch (2. Könige XX 21 – XXV. Micha. Zefanja. Habakuk. Jeremia. Nahum. Klagelieder)

2. Teil: Juda. Von der Babylonischen Gefangenschaft/bis zum Ende der Makkabäer

Babylonische Gefangenschaft (Hesekiel. Jesaja XL-LV)

Perserherrschaft (Esra. Nehemia. Haggai. Sacharja)

Makkabäerzeit (1.2.Makkabäer. Daniel)

Jüdische Erzählungen (Rut. Greueltat von Gibea. Jona. Ester. Tobias. Susanna. Wein König oder Weib – wer ist am mächtigsten? Judit. Geschichten aus dem 2. Makkabäerbuche)

Weisheit und Dichtung (Sprüche der Weisen. Prediger. Hoheslied. Hiob. Psalmen)

3. Teil: Juda. Vom Ende der Makkabäer bis zur Zerstörung Jerusalems durch die Römer

Juda unter römischer Herrschaft (Josefus´ Altertümer XIV-XX, Krieg I 6 – II 14)

Jesus von Nazaret (Evangelium nach Markus, Matthäus und Lukas)

Judenchristentum und Heidenchristentum bis zum Ausbruch des Jüdisch – römischen Krieges (Apostelgeschichte. Paulus-Briefe. Jakobusbrief. Tacitus´ Annalen)

Jüdisch – römischer Krieg (Josefus´ Krieg II 14 – VII)

Stimmen der Besiegten aus der Zeit der Flavier (4. Esra. Achtzehn-Bitten-Gebet. Offenbarung des Johannes)

Briefwechsel des Gajus Plinius mit Kaiser Trajan wegen der Christen

Anhang

Namen- und Sacherklärungen