Die Gruppe 47

Berichte, Aufsätze und Erinnerungen 1958 bis 2003. Hg. von Thomas Anz

von Marcel Reich-Ranicki

MRR-Gruppe47
Verlag LiteraturWissenschaft.de
Marburg an der Lahn 2017
90 Seiten


Im Herbst 1958 wurde Marcel Reich-Ranicki, der wenige Monate vorher aus Polen in die Bundesrepublik Deutschland übergesiedelt war, von Hans Werner Richter zur Jahrestagung der Gruppe 47 in Großholzleute im Allgäu eingeladen. Am 15. November erschien in der Münchner Zeitschrift „Die Kultur“ sein Bericht dazu – der erste einer kontinuierlichen Serie, die bis hin zur vorläufig letzten Tagung im Oktober 1967 und zu einem zehn Jahre später inszenierten „Abschiedstreffen“ reichte. 70 Jahre nach der Gründung der Gruppe 47 und 50 Jahre nach ihrer letzten richtigen Tagung werden die Publikationen Reich-Ranickis über sie zum ersten Mal gesammelt veröffentlicht, zunächst online (http://literaturkritik.de/public/inhalt2.php?ausgabe=46) kostenlos für Abonnenten von literaturkritik.  Am  16. November 2017 erscheint die gedruckte und etwas erweitertete Buch-Ausgabe. Sie kann hier bestellt werden.


Zum Inhalt

Im Herbst 1958 wurde Marcel Reich-Ranicki, der wenige Monate vorher aus Polen in die Bundesrepublik Deutschland übergesiedelt war, von Hans Werner Richter zur Jahrestagung der Gruppe 47 in Großholzleute im Allgäu eingeladen. Am 15. November erschien in der Münchner Zeitschrift „Die Kultur“ sein Bericht dazu – der erste einer kontinuierlichen Serie, die bis hin zur vorläufig letzten Tagung im Oktober 1967 und zu einem zehn Jahre später inszenierten „Abschiedstreffen“ reichte. Die Zugehörigkeit zur Gruppe 47 wurde ein markanter Bestandteil von Reich-Ranickis Profil als Literaturkritiker. Und die in der Gruppe kultivierte Form der mündlichen Diskussion über Literatur mit ihren Spielregeln prägte den Kritiker bei seinen frühen Auftritten im Rundfunk als Moderator der Sendung „Das literarische Kaffeehaus“, von 1977 bis 1986 noch deutlicher in seiner Rolle beim Wettbewerb um den Ingeborg-Bachmann-Preis und von 1988 bis 2001 seine Präsenz im Fernsehen als Protagonist im „Literarischen Quartett“.

Die hier 70 Jahre nach der Gründung der Gruppe 47 und 50 Jahre nach ihrer letzten richtigen Tagung zum ersten Mal gesammelt vorliegenden Publikationen Reich-Ranickis über sie sind zum Teil unter verschiedenen Titeln mehrfach nachgedruckt worden. Die mit freundlicher Genehmigung von Andrew Ranicki erneuten Veröffentlichungen in dieser Zusammenstellung folgen in der Regel dem Wortlaut der Erstdrucke. Genauere Angaben dazu stehen unter jedem einzelnen Beitrag.

Autorin

Marcel Reich-Ranicki, geboren 1920 in der polnischen Kleinstadt Włocławek, gestorben 2013 in Frankfurt am Main, gilt als einflussreichster Literaturkritiker seiner Zeit. Von 1973 bis 1988 leitete er in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung die Redaktion für Literatur und literarisches Leben, von 1988 bis 2001 moderierte er die Literatursendung Das literarische Quartett. Von seinen zahlreichen Veröffentlichungen fand die 1999 erschienene Autobiographie Mein Leben die weiteste Verbreitung. Ausführliche Informatonen bietet unserer Internet-Portal Marcel Reich-Ranicki.

Der Herausgeber Thomas Anz ist Professor (em.) für Neuere deutsche Literatur an der Universität Marburg, gründete dort 2010 die „Arbeitsstelle Marcel Reich-Ranicki für Literaturkritik in Deutschland“ und verwaltet den publizistischen Nachlass des Kritikers.

Inhaltsverzeichnis der digitalen Fassung

Fast eine Heimat. Marcel Reich-Ranicki und die Gruppe 47 - Einleitung mit Literaturhinweisen. Von Thomas Anz - 7

Eine Diktatur, die wir befürworten. Über die „Gruppe 47“ und ihre „Tagung“ (1958) - 17

Autoren auf dem Präsentierteller. Das Treffen der Gruppe 47 auf Schloß Elmau – Arbeitstagung oder Dichtermarkt? (1959) - 21

Sollte man jeden aufs Sprungbrett lassen? Wen die „Gruppe 47“ diesmal präsentierte – Zu ihrer Jahrestagung in Aschaffenburg (1960) - 27

Von der Fragwürdigkeit und Notwendigkeit mündlicher Kritik (1962) - 33

Die Gruppe 47 und Er. Man wird daran erinnert, welchem Boden Kollektiv-Vorurteile und diffamierende Legenden entspringen (1962) - 41

Nichts als deutsche Literatur. Nach der diesjährigen Tagung der „Gruppe 47“ (1965) - 51

Gelungen und fragwürdig zugleich. Erste Bemerkung zur diesjährigen Tagung der Gruppe 47 (1967) - 61

Politik in den Pausen. Rückblick auf die Tagung der Gruppe 47 (1967) - 65

Das Ende der Gruppe 47. Ein Abschiedstreffen in Saulgau (1977)    73

Eine kleine Unsterblichkeit. Zum siebzigsten Geburtstag Hans Werner Richters  (1978) - 81

War die „Gruppe 47“ antisemitisch? Eine Antwort (2003) - 87